Mit Bestand und Ziel beginnen
Sammeln Sie Gebäudeunterlagen, Maße, Bauteilaufbauten, Anlagenzustand und Verbrauchsabrechnungen. Verbrauch zeigt die Nutzung, wird aber auch von Wetter, Bewohnern und Warmwasser beeinflusst. Er ersetzt keine Heizlastberechnung. Besprechen Sie neben Energiekosten auch Behaglichkeit, sommerlichen Wärmeschutz, Feuchte, Lärm und künftige Nutzung.
Beheben Sie aktive Leckagen und unsichere Anlagen, bevor neue Dämmung oder Bekleidungen sie verdecken. Unterscheiden Sie Pflicht, Reparatur und freiwillige Verbesserung. Seit der Reform im Juli 2026 gilt das GModG; ältere GEG-Verweise und Ratschläge müssen überprüft werden. Das konkrete Verfahren bleibt vom Gebäude und dem geplanten Eingriff abhängig.
Einen abgestimmten Fahrplan in Planung überführen
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) beschreibt den energetischen Ausgangszustand und aufeinander abgestimmte Schritte. Er kann etappenweise Entscheidungen unterstützen, ohne Sie zur Umsetzung aller Vorschläge zu verpflichten. Bewahren Sie Umsetzungshilfe, Annahmen und Stand auf. Eine Kostenorientierung im Fahrplan ist weder angenommenes Bauangebot noch Förderzusage.
Klären Sie noch nötige Fachplanung, Mengen und Ausführungsdetails. Legen Sie das künftige Hüllniveau fest, bevor die spätere Heizung ausgelegt wird. Warmwasser, Heizflächen und Verteilung gehören dazu. Eine für den ungedämmten Bestand dimensionierte Anlage kann nach größeren Hüllmaßnahmen schlecht passen. Die Lösung braucht Berechnungen statt eines einfachen Wohnflächenfaktors.
Schnittstellen vor der Reihenfolge entscheiden
| Maßnahme | Zu klärender Anschluss | Vergabeentscheidung |
|---|---|---|
| Dach oder Dachraum | Dichtheit, Lüftungswege und spätere Dämmung | Dachzustand vor abschließenden Bekleidungen klären |
| Fassade und Fenster | Einbaulage, Laibungen, Bänke, Verschattung und Gerüst | Anschluss auch bei zeitversetzter Vergabe planen |
| Luftdichtheit und Lüftung | Feuchteschutz und Zu-/Abluftwege | Geprüftes Konzept statt einzelner Lüfterwahl |
| Heizung und Heizflächen | Heutige/künftige Heizlast, Regelung und Stromversorgung | Auf Ziel und machbaren Übergang auslegen |
| Innenoberflächen | Verdeckte Leitungen und Trocknung | Nach relevanten Kontrollen schließen |
Die Fensterhinweise betonen den Anschluss an die Dämmebene; die Lüftungshinweise erläutern Feuchteschutz nach dichterer Ausführung. Das begründet eine abgestimmte Planung, aber keine allgemeine Vorschrift für dieselbe Lüftungsanlage in jedem Haus.
Gesamte Investition und Zahlungszeitpunkte vergleichen
| Position | Betrag |
|---|---|
| Definierte Ausführung: EUR 79.000 netto plus 19% | 94 010 |
| Erste Energieaufnahme/Fahrplanansatz | 1 785 |
| Nachfolgende Planung und Baukontrollen | 5 950 |
| Gemeinsames Gerüst und externe Logistik | 4 760 |
| Benanntes noch offenes Detail | 3 570 |
| Vorübergehendes Wohnen | 3 000 |
| Gewählte Reserve: 10% der Bruttoausführung | 9 401 |
| Gesamtbedarf vor Förderung | 122 476 |
Das Gerüst wird hier einmal angesetzt, weil das Modell einen abgestimmten Zeitraum vorsieht. Erfordern getrennte Etappen tatsächlich eine weitere Mobilisierung für EUR 1.190 brutto, steigt der Bedarf ohne andere Kürzung auf EUR 123.666. Kleinere Einzelzahlungen machen eine gestufte Ausführung nicht automatisch günstiger.
Pflicht, Förderung und Wirtschaftlichkeit auseinanderhalten
§ 36 GModG behandelt relevante Änderungen an bestehenden Außenbauteilen und verweist auf Anlage 7. Lassen Sie Anforderung und Anwendbarkeit für das Vorhaben bestimmen. Ein gesetzlich zulässiges Bauteil erfüllt nicht zwangsläufig Förderbedingungen. Umgekehrt beweist die Werbung „förderfähig“ nicht die Förderberechtigung Ihres Antrags.
Prüfen Sie die aktuellen BAFA-Bedingungen für die Gebäudehülle, bevor Sie einen iSFP-Bonus einplanen. Er bedeutet nicht automatisch fünf zusätzliche Punkte für jede kleine Maßnahme. Vergleichen Sie Investition, Wartung, Energieannahmen und Finanzierung über einen passenden Zeitraum. Addieren Sie keine Werbeprozente verschiedener Produkte und setzen Sie berechnete Einsparungen nicht mit garantierten künftigen Rechnungen gleich.
Einen sinnvollen Notfallweg zulassen
Ein Heizungsausfall oder aktiver Dachschaden kann sofortige Sicherung erfordern. Klären Sie fachlich, wie Übergangslösung und späteres Ziel zusammenpassen. Gefährliche Zustände sollten nicht wegen der Formel „erst die Hülle“ bestehen bleiben. Prüfen Sie vor der Bindung an eine geförderte Maßnahme Vertrags- und Antragsregeln; Dringlichkeit hebt sie nicht automatisch auf.
- Bestand und Prioritäten erfassen.
- Ziel und fachliche Zuständigkeiten bestimmen.
- Hülle, Fenster, Lüftung und Heizung abstimmen.
- Vollständige Pakete und gemeinsame Kosten festlegen.
- Programmspezifische Förderung vor Bindungen prüfen.
- Umfang, Liquidität und tatsächliches Ergebnis verfolgen.
Reno Pro unterstützt Abschnitte und Zahlungen; iSFP, Berechnungen und vereinbarte Ausführung bleiben die Belege. Eine kontrollierte Reihenfolge verhindert, dass heutige Entscheidungen spätere Arbeiten blockieren oder doppelte Ausgaben erzeugen.
Quellen, Stand und Geltungsbereich
- Verbraucherzentrale — Individueller Sanierungsfahrplan
- Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — Gebäudemodernisierungsgesetz — geltende Fassung
- Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz — GModG § 36 — Änderung von Außenbauteilen
- Verbraucherzentrale — Fenster sanieren oder austauschen
- Verbraucherzentrale — Planung einer Lüftungsanlage
- BAFA — Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
Geprüft am 19. Oktober 2026. Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich die lokalen Beispiele auf Berlin. Landesrecht, Denkmalschutz, Gemeinschaftsregeln und die konkrete Ausführung sind für das jeweilige Vorhaben zu prüfen. Lehrbeträge sind erfundene Eurobeträge, keine Marktpreise oder Angebote. Die Projekte der Artikel sind voneinander unabhängig. Steuern und Förderfähigkeit werden nur unter den ausdrücklich genannten Annahmen berechnet; fachliche und rechtliche Einzelfragen klären die zuständigen Fachleute.